Eine journalistische Meldung ist die kürzeste Darstellung von Informationen. Dabei muss sie sachlich und informativ so zugespitzt sein, dass sie die gängigsten W-Fragen beantwortet. Außerdem muss sie trotz der zugespitzten Informationen immer noch sachlich und informativ sein, sodass der Leser sich selbst eine Meinung bilden kann. Wie sie genau aufgebaut ist, gibt es in diesem Blogbeitrag.

In Zeitungen fällt sie nur selten auf: die Meldung. Dabei ist sie eine der ersten Darstellungsformen, die ein Journalist in seiner Ausbildung lernt. Ihr Kernelement ist die reine Information. Bedeutet: Sie muss innerhalb von drei bis zehn Zeilen alle wichtigen Informationen anhand der W-Fragen erfüllen. Sie muss entsprechend so zugespitzt und strukturiert sein, dass die Informationen vollständig und in aller Kürze die wichtige Nachricht überliefern. Entscheidend ist hier nicht nur die Länge, sondern auch der Aufbau.

Aufbau der journalistischen Meldung: Das Wichtigste zuerst

Bei einer Meldung kommt das Wichtigste zuerst. Hier gilt: Je länger der Text wird, umso einfacher sollte dieser von hinten gekürzt werden können. Alles Unwichtige kommt an den Schluss. Ein weiterer Faktor ist Objektivität. Als Journalist hat man durchaus gewisse Wertungen in einem Text drin. Die Meldung verbietet dies alleine schon aufgrund ihrer Länge.

Entsprechend gibt es verschiedene Meldungen. Eine Kurzmeldung ist beispielsweise so zugespitzt, dass sie anhand ein oder zwei Sätzen erklärt, worum es geht. Sie ist oftmals im Newsfeed oder Ticker zu finden. Auch Nachrichtenagenturen wie die dpa oder Reuters versenden Meldungen, die von Redaktionen sofort ohne weiteres Redigieren veröffentlicht werden können. Unter einer Blitzmeldung ist eine Nachricht zu verstehen, die aktuell und gerade eingetroffen ist. Oftmals liegen noch nicht viele Informationen zu diesem Thema vor. Sie ist so relevant, dass sie extrem kurz ist. In den meisten Fällen ist sie mit +++Eilmeldung+++ gekennzeichnet.

Journalistische Meldungen in den unterschiedlichen Medien

Jetzt ist in etwa bekannt, wie eine Meldung aufgebaut sein muss, allerdings hat jedes Medium eine andere Darstellungsform. Eine Meldung im Print ist anders aufgebaut, als auf Social Media. Bedeutet, jedes Medium hat andere Anforderungen an den Inhalt zur Aufarbeitung des Themas.

Die Meldung im Printjournalismus (Zeitung/Magazin)

In Zeitungen oder Magazinen ist die Meldung meistens am Rand zu finden. Sie dient hier oftmals als Lückenfüller, oder das Thema wird zwar als relevant angesehen, aber nicht so relevant, als dass sich ein Bericht dazu lohnt. Meistens sind dies Bekanntmachungen oder Termine für Veranstaltungen. Ihr Stil ist sehr präzise und auf den Punkt kommend. In den meisten Fällen ist sie im Präteritum (einfache Vergangenheit) geschrieben, da das Ereignis bereits einige Zeit zurückliegt.

Meistens hat sie eine Überschrift, die auf Zuruf funktioniert. Der Leser bekommt hier die erste Information und kann entscheiden, ob er weiterlesen möchte oder nicht. Sie muss so gestaltet sein, dass der Leser beim Blättern an dem Text hängen bleibt. Der Fließtext hingegen kann aus einem oder zwei Sätzen bestehen, manchmal auch länger, je nach Thema. Dann unterscheidet der Redakteur, ob es sich um eine Kurzmeldung oder eine längere Nachricht handelt.

Meldungen im Radio (Hörfunk)

Im Radio kann der Hörer weder vorspulen noch blättern. Entsprechend muss die Meldung hier auf den Punkt kommen und interessant formuliert sein. Ihre Sätze sind kurz und einfach formuliert. Sie hat keine verschachtelten Sätze und komplizierte Genitiv-Konstruktionen.

Ihre Besonderheit ist, dass sie für das Hören, als Ohr geschrieben ist. Der Hörer kann einfache Informationen einfacher verarbeiten, wenn beispielsweise Zahlen gerundet sind. Die Formulierung fast 10.000 kann der Hörer besser als die genaue Zahl mit 9.879 verarbeiten. Auch bei Namen und Funktionstiteln ist die Vorgabe einfach gehalten. So wird zum Beispiel aus Annalena Baerbock, Außenministerin, einfachheitshalber Außenministerin Baerbock. So weiß der Hörer direkt, was und wer gemeint ist.

Fernsehmeldungen erkennen und verstehen

Im Gegensatz zum geschriebenen Wort gibt es bei Meldungen im Fernsehen keinen Text. Zwar werden hier die Elemente der Meldung im Radio verwendet, allerdings kommen hier noch bewegte Bilder dazu. Stilistisch muss der gesprochene Text zu den Bildern passen. Eine Bild-Text-Schere muss vermieden werden. Es gibt hier zwei Möglichkeiten, wie die Meldung dargestellt wird. Entweder ist der Moderator zu sehen und er liest den Text vor, oder es werden Bilder eingespielt und der Ton ist im Off, also ohne Sprecher zu hören.

Was auf den Bildern zu sehen ist, muss im Text nicht noch einmal gesagt werden. Ist also etwa ein brennendes Haus zu sehen, so muss dies nicht noch einmal extra im gesprochenen Wort verdeutlicht werden. Der Text dient hier als Ergänzung der Bilder.

Die Meldung in News-Portalen

Online ist die Geschwindigkeit enorm. Bei vielen Medien, die eine Printausgabe haben, gilt inzwischen: online first. Entsprechend sind die Meldungen aufgebaut. Allerdings benötigen sie hier ein Beitragsbild und eine zugespitzte Überschrift, die SEO-optimiert und im Idealfall auch für GEO funktioniert. Wichtige Keywords müssen in dem Text enthalten sein, damit Google diese Meldung einordnen und ausspielen kann. Die W-Fragen werden ebenfalls bereits in der Überschrift berücksichtigt.

Nach der Überschrift folgt eine kurze Zusammenfassung des Textes mit allen wichtigen Inhalten, aber in zwei bis drei Sätzen mit maximal 150 Zeichen. Wer den sogenannten Lead liest, muss bereits voll informiert sein.

Nach dem Lead folgt der Hauptteil, in dem die Meldung noch einmal etwas ausführlicher behandelt wird. Es sind Zusatzinformationen enthalten, die Zitate oder Reaktionen auf das Ereignis beinhalten. Ebenfalls wird das Thema eingeordnet (was geschah davor? Warum ist das Thema wichtig?). Von der Struktur her sind die Absätze kurz gehalten und bestehen aus vier bis fünf kurzen Sätzen, die am Bildschirm gut lesbar  sind.

Dazu können unterschiedliche Elemente wie Links, Bildergalerien, Videos und Social-Media-Postings eingebettet werden. Die Meldung kann auch als Ticker verwendet werden. Im Gegensatz zum Print, ist eine Aktualisierung der Meldung möglich. Dazu sind immer der Autor sowie der Zeitstempel zu sehen.

Social Media und die Meldung

Social News sind in der Welt der sozialen Netzwerke als „Snackable Content“ zu verstehen. Dazu gehört auch die Meldung, die binnen Millisekunden für Aufmerksamkeit sorgen muss, damit der User nicht weiter scrollt. Sie besteht aus einem „Hook“ und besitzt eine visuelle Dominanz. Sie ist dominant, nahbar und aktiv. Ihre Länge ist daher extrem kurz. Dazu ist eine Meldung auf Social Media ebenfalls dialogorientiert. Ihr Aufbau ist daher gewollt zugespitzt und mit einer gewagten These versehen, damit der User mit dem Content interagiert.

Die Meldung auf Social Media im Detail

Der Hook ist ein Aufhänger, keine Überschrift im klassischen Sinn. Sein erster Satz muss oder das erste Textelement im Bild muss sofort erläutern, warum der User diesen Content als relevant einstuft.

Eine Meldung auf Social Media ist nur selten ohne eine visuelle Aufarbeitung zu finden. Bild/Infografik oder Video sind die Meldung, der Text in der Caption liefert nur noch Details. Hier müssen die einzelnen Plattformen sowie deren Darstellungsmöglichkeiten berücksichtigt werden. TikTok wird anders bespielt als X. Während auf der einen Plattform das Video dominiert, ist auf der anderen der Text im Vordergrund, auch wenn visuelle Elemente ergänzt werden können.

Zusammengefasst:

Die Meldung ist eine journalistische Darstellungsform, die ein Ereignis oder eine Nachricht so herunterbricht, dass der User binnen weniger Sekunden bestens informiert ist. Sie ist von hinten nach vorn kürzbar, da der wichtigste Inhalt am Anfang steht.

 

Als Journalistin, Online- und Social-Media-Strategin sowie Texterin weiß ich, auf was es im Marketing ankommt: Eine gute Außendarstellung, mit der an sich wohlfühlt.

Hier auf dem Blog gebe ich Einblicke in diese Welten und schreibe aus eigener und fundierter Erfahrung. Ich freue mich auf den Austausch!

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