Von der Idee zum fertigen Lost-Place-Text

Nicht immer hat man Zeit für eine ausgiebige Recherche. Wenn man sie bekommt, sollte man sie nutzen. Das ist klar. Wie ich zu meiner Story gekommen bin und wie ich es angegangen bin, wird in diesem Text erklärt.

Wie ein Text entsteht

Die alte Zeche bei Dortmund sieht dem Colusseum sehr ähnlich. Symbolbild.

Oftmals wünsche ich mir eine sorgfältige Recherche, die in die Tiefe geht. Das merkt man auch den Texten an. Doch oftmals haben Journalisten dafür wenig Zeit. Gerade in den Tageszeitungen wird schnell telefoniert, wenn es passt ein Termin mit dem Interviewpartner für den Fotografen vereinbart. Dann ist in der Regel auch ein Journalist zur Stelle und macht das Interview. 

Doch was, wenn man diese schnelle Recherche nicht immer machen kann, weil sich ein Thema als umfangreich herausstellt? Dann ist guter Rat teuer oder eben tolle Kollegen, die einem den Rücken frei halten. 

Aktueller Bezug, Telefonate, E-Mails und Treffen

So ist es mir auch ergangen, als ich meine bisher aufwendigste Recherche angestellt hatte. Als eine junge Frau im Alter von 22 Jahren nach einem Besuch eines Lost Places in Bochum im Krankenhaus verstorben ist, wusste ich, wo es war und was für Gefahren dort in der Unterwelt lauern. 

In diese Ecke des Westparks, auch wenn ich es mir gerne einmal anschauen würde, setze ich keinen Fuß. Schnell wurde für mich klar: „Man muss junge Menschen davon abhalten, sich in die Unterwelten des Westparks und der Jahrhunderthalle zu begeben.“ Aber wie, das sollte sich erst im Laufe der Recherche herausstellen. Für mich war klar, ich brauche O-Töne von der Stadt Bochum, der Polizei, eines Experten, was da unten ist und eines Urbexers. 

Ansprechpartner finden

Stadt und Polizei waren nicht das Problem. Die Kontakte hatte ich. Und nun kam der Zufall ins Spiel. Ich bin bekennende Schauerin der Aktuellen Stunde und der Lokalzeit Ruhr auf dem WDR. Die Kollegen brachten mir also zwei Personen, die ich so nicht gefunden hätte. 

Mit dem Bunker-Experten telefonierte ich über eine Stunde. Ließ mir Dinge erklären, damit ich diese dem Leser auch nahe bringen kann. Ich war ehrlich gesagt nach dem Telefonat nioch geschockter, als erwartet. Denn was mir erzählt wurde, konnte ich bis zu diesem Zeitpunkt nur erahnen. Nun hatten sich meine Vermutungen bestätigt. In Urbex-Kreisen hieß es immer nur: „Das Gelände unter der Jahrhunderthalle oder im Westpark ist lebensgefährlich.“ Aber nie wurde konkretisiert, was genau da unten lauert. Das musste ich erst einmal verdauen. 

Rechercheergebnisse zusammenfassen

Doch der Text schrieb sich fast von selbst. Es fehlte nur noch ein Puzzelstück. Am nächsten Tag traf ich mich dann mit einem Urbexer der alten Garde. Wir unterhielten uns über Touren und gefährliche Orte sowie die neue Generation. Der Termin machte mir Spaß und man war, wie es sehr oft im Ruhrgebiet ist, schnell beim Du und stellte fest, man ist da auf der selben Wellenlänge. 

Zu Hause schrieb ich den Teil, der noch sehr frisch im Gedächtnis war, schnell runter. Am nächsten Tag machte ich noch ein Symbolbild, las den Text noch einmal gegen und veröffentlichte ihn. 

Die Recherche dauerte von Montag bis Donnerstag. Am Freitag wurde veröffentlicht. Bisher ist der Text sehr viel in den Social Media Kanälen und deren Foren geteilt worden. Das kann ich anhand der Zugriffe sagen. Mit dem Interesse an der Thematik hatte ich zwar gerechnet, aber nicht in dem Ausmaß. 

Den fertigen Text findet ihr auf lokalkompass.de

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