Pferde und der Karneval

Es gibt Themen, die gehen mir auf die Nerven, weil sie jedes Jahr aufploppen. So auch die Debatte um Pferde im Karnevalszugan Rosenmontag. Denn es kann passieren, dass das Fluchttier nach Vorne stürmt und dabei Menschen verletzt. Nun hat die NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser laut Reiterrevue International das Papier an die Karnevalsvereine in NRW weitergeleitet. 

Kilogrenze, alternative Routen, Alkohol-und Handyverbot auf dem Pferd und Dopingkontrollen

Karneval beim K+K Cup Münster

Auch beim Kostümspringen vom K+K Cup 2020 sind die Pferde einer ungewohnten Geräuschkulisse ausgesetzt. Auf dem Foto: Ingrid Klimke mit Weiße Düne als Lila Kuh.

In dem Papier, was der Reiterrevue vorliegt, sollen Pferde entweder ans Ende oder an den Anfang eines Karnevalszuges laufen. Auch soll keine Kapelle in der Nähe der Tiere sein. Um Engpässe zu vermeiden, soll es alternative Routen für die Pferde geben. Dabei soll ein Tierarzt binnen zehn Minuten bei einem Unfall vor Ort sein. Außerdem sollen die Vereine für genügend Wasser und Raufutter sorgen. Natürlich sollen Reiter auch entsprechende Nachweise liefern. Das bedeutet Reitstunden vor dem Karnevalszug, die Kutschfahrer sollen einen Kutschführerschein besitzen. Mit diesen Formalien soll nachgewiesen werden, dass sich der Mensch mit dem Lebewesen Pferd auskennt. 

Oft sieht man gerade in den Zügen zu dicke Reiter auf dem Pferd. Laut dem Papier soll ein Reiter nur noch 15 Prozent des Gewichtes des Pferdes haben. Das bedeutet bei etwa 600 Kilo Pferd darf ein Reiter so gesehen maximal 90 Kilo auf die Waage bringen. 

Dazu herrscht bei Reitern und Begleitpersonen die Nullpromille-Grenze einhalten. Natürlich sind Drogen und das Handy auf dem Pferderücken tabu.

Sind diese Leitlinien im Karneval sinnvoll?

Man kann ja vieles regeln und in Deutschland wird zu viel per Gesetz geregelt. Allerdings halte ich diese Maßnahmen für sinnvoll, auch wenn diese Vorgaben eigentlich normal sein sollten. Denn jeder der sich mit dem Thema „Pferd im Karneval“ beschäftigt, wird wissen, dass diese Vorgaben zwar Sicherheit suggerieren, aber es nicht sind. 

Viel wichtiger ist, dass das Pferd für die entsprechenden Situationen ausgebildet wird. Das setzt vor allem Vertrauen des Pferdes zum Reiter voraus. Außerdem müssen die Besucher des Karnevalszugs immer damit rechnen, dass ein Pferd sich doch erschreckt und scheut. 

Eine Garantie, dass nichts passiert, sind diese Richtlinien nicht.

Hier der Link zum Text der >>Reiterrevue International<<

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