Golf ist (k)ein Sport

Golf ist etwas für alte Säcke und Bonzen. Die Menschen sind abgehoben und schauen einen nicht mit dem Hintern an. Dazu ist es teuer, elitär und man macht keinen Sport. Man haut ja nur einen Ball quer über eine Wiese. Genau diese Vorurteile habe ich auch selbst gehabt und spiele nun selbst. Wie es dazu gekommen ist, erzähle ich nun.

Das sind die Vorurteile, wenn ich an Golf denke. Zumindest waren es die Gedanken, die ich vor einem Jahr hatte, als ich zum ersten Mal mit diesem Sport in Berührung gekommen bin. Damals hatte ich die Golf Woche Ruhr als Fotografien begleitet. Die Sache ist mehr eine Good-Will Sache gewesen. Wirklich ernst genommen habe ich es nicht. Aber die Leute sind Wieder erwarten super nett und bodenständig gewesen.

Auf dem Golfplatz sind alle gleich

Überdiemensionaler Golfball. Foto: Jenny Musall

Überdiemensionaler Golfball. Foto: Jenny Musall

Damit hatte ich nicht gerechnet. Hier haben Top-Manager neben normalen Angestellten alle ein und das selbe Hobby: Sie schlagen Bälle durch die Gegend. Was mich auch verwundert hatte, es wird sich direkt geduzt. Kein förmliches „Sie“, sondern ein freundliches „Du“. Ich lernte viele Menschen kennen und jeder hat mir folgendes gesagt: „Auf dem Golfplatz sind alle gleich. Den einzigen Unterschied, den es gibt, ist das Handicap.“ Und tatsächlich, jeder freut sich, wenn einem Spieler ein Schlag besonders gut gelingt oder man freut sich, wenn der Ball am Ende eingelocht ist. Es hat keinen Unterschied gemacht, wer gerade schlägt. Man freut sich, wenn der Flight-Partner einen guten Schlag macht und zügig gespielt werden kann.
Gelingt einem Anfänger ein guter Schlag, haben die erfahreneren Spieler Geduld. Sie geben einem Tipps, wie man seinen Schlag eventuell noch verbessern kann. Man hilft sich.

Beim Golf braucht man die Platzreife

Auch in diesem Sommer ist der Geschäftspartner auf meinen und Kooperationspartner mich zugekommen und hat gefragt, ob wir fotografieren könnten. Da uns das Ganze Spaß gemacht hat, haben wir zugesagt. Doch es haben sich die Anfragen von Spielern gehäuft, ob man zusammen auf eine Runde gehen könne. Oh je, weder mein Kooperationspartner noch ich hatten zu diesem Punkt die Platzreife. So ist es gekommen, dass wir gemeinsam Ende Juni die Platzreife gemacht haben. Denn die braucht man, um überhaupt auf fremden Plätzen spielen zu dürfen. Also ab auf einen Golfplatz und die Platzreife machen. Die Sache ist nur die, wenn die grundlegende Einstellung des Pro (Golf-Lehrer) „Ohne Gras kein Spaß“ ist. Da es sich auch um einen Holländer gehandelt hat, ist nicht ganz klar, wie er das denn nun gemeint hat 😉 Aber immerhin, es hat geklappt. 

Platzreife und nun?

Während des Kurses habe ich schnell gemerkt, dass man auf dem Golfplatz ganz gut abschalten kann. Okay, das hatte ich ja schon während des Fotografieren vom Golf-Turnier gemerkt. Aber selbst spielen? dazu hatte mir bis vor Kurzem die Lust gefehlt und auch der passende Anreiz. Nun habe ich mich am Samstag endlich entschieden, mich in einem Golfclub anzumelden. 45,00 Euro das erste Jahr für einen 9-Loch Kurs, der eigentlich 27 Löcher hat. Kann man nicht meckern. Die erste Runde habe ich auch schon hinter mir und muss gestehen, dass ich das unterschätzt hatte. Es war eine Katastrophe. Bälle Gass-führen kann ich ganz gut. Dazu hatte ich ganz vergessen, dass Golfen anstrengend sein kann – obwohl man keine Kraft aufbringen soll. Mir taten einen Tag alle Knochen, Muskeln, Sehnen und Bänder weh. Da hat es nur noch geholfen, dass ich mich warm einpacke, damit die Muskeln elastisch bleiben und nicht kleine Fasern reißen. Umgangsprachlich gemeint: Ich wollte keinen ordentlichen Muskelkater bekommen. Das hat auch geklappt.

Nun heißt es: Dranbleiben und weiter üben. Irgendwann nächstes Jahr werde ich mir mein Handicap erspielen. Aber nur auf dem mir bekannten Platz 😀

Weitere Informationen unter www.golf.de

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