#fürmehrrealitätauf

Oft lese ich in den sozialen Netzwerken nur Gejammer und Gemecker. Dann folgt der Hashtag „#fürmehrRealitätauf XY“. Und ich kann es nicht mehr hören. Für mich ist dieser Hashtag oder alleine diese Formulierung nur ein Grund, abzuschalten oder auch im Ernstfall zu deabonnieren. 

#fürmehrrealität

#fürmehrrealität
eigene Grafik

Ehrlich gesagt, es gibt keinen Hashtag, den ich mehr verabscheue, als diese „#fürmehrrealitätauf …“.Natürlich hat sich durch Social Media einiges geändert. Man kann jetzt seine Meinung direkt in die Welt posaunen, kriegt oftmals positives Feedback. Ist man am rumheulen oder meckert rum, haben schlaue Menschen den #fürmehrrealität erfunden. 

An dieser Stelle frage ich mich natürlich, warum man seinen Frust öffentlich macht. Natürlich geht es zig anderen Menschen genauso. Hat man früher Gegenwind vom engen Umfeld bekommen, so erhält man in der Öffentlichkeit einen Shitstorm. Diese Shitstorms sollen ja eigentlich nur darauf aufmerksam machen, dass man gerade vielleicht nicht mit dem Strom schwimmt. Allerdings verstecken sich viele Menschen, trotz ihres richtigen Namens, in der Welt des anonymen Internets. Man kann ja nicht in der realen Welt gefunden werden. Welch ein Irrtum!

Sich selbst hinterfragen

Natürlich mag es jetzt auch den einen oder anderen geben, der sagen wird: „Du meckerst doch gerade selber darüber, dass andere meckern“. Und Recht haben sie. Tue ich gerade wirklich. Denn wenn ich auf Blogs oder Social Media unterwegs bin, will ich unterhalten werden und das mit schönen Dingen. Da will ich kein Genöhle hören, wie scheiße alles ist. Oder wo hier und da ein Zipperlein ist.

Dieses Verhalten habe ich selbst an den Tag gelegt und mich dann hinterfragt. „Ist es wirklich notwendig, dass an jeden Fliegenschiss öffentlich macht?“ Meine Antwort lautet: „Nein, muss man nicht“. Ich selbst gebe auch nicht mehr alles von mir Preis, weil es einen angreifbar macht. Die Dinge, die ich in die Öffentlichkeit trage, sind ohne Gefahr, dass jemand auf dumme Ideen kommt.

Alternative für #fürmehrrealitätauf

Gerade, weil sich die Menschen so verändert haben. Zu jedem Mist den Senf dazu geben und das am Besten noch mit gefährlichem Halbwissen. In dieser Situation halte ich am besten meine Klappe und sage gar nichts. 

Da lese ich lieber die Kommentare und schüttel mit dem Kopf. Ja, ich bin ein stiller Kommentareleser. Ab wann kommentiere ich? Nur, wenn ich genau weiß, dass ich hinter dem Posting stehe. Genauso ist es mit den Blogpostings. Nur, wenn ich dahinter stehe, was ich geschrieben habe, poste ich es. Okay, manche Postings sind extrem lange vorproduziert und ich muss sie mir noch mal durchlesen. Allerdings stehe ich weiterhin dazu, was ich poste. 

Da ist mir der Hashtag #imnotperfect lieber als der #fürmehrrealität. Der zeigt mir wenigstens, dass man zu sich und seinen Fehlern steht, anstatt nur rum zuheulen.  

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