Einseitige Berichterstattung von Medien

Im Studium habe ich gelernt, dass man alle Seiten in der Berichterstattung berücksichtigen soll. Doch das ist nicht immer der Fall. Oftmals ist sie einseitig und schlecht recherchiert. 

Scrennshot WDR Mediathek

Screenshot aus der WDR Medathek

Bereits letztes Jahr hat das Format „Quarks“ vom WDR nach dem CHIO Aachen 2018 die ersten Teaser vom Abreiteplatz der Dressurreiter gezeigt. Darin war zu sehen, wie abgeritten wird. Das Pferd hat den Kopf so eng am Hals gehabt, dass es nur schwer Luft bekommen und offensichtlich Schmerzen hatte. Es ist schon da bemängelt worden, dass die Stewarts weg geschaut hatten. Ja, auch ich habe diese Bilder live gesehen und Stewarts darauf angesprochen. Diese haben es abgetan. Unter der Hand hieß es, dass man Angst hätte, etwas zu sagen. Mehr ist nicht gesagt 01worden.

Voorn: „Jeder hat es gemacht“

Es ist schon richtig, dass man auf Missstände aufmerksam macht. Jedoch muss journalistisch korrekt gearbeitet werden. In der Sendung ist der Eindruck vermittelt worden, dass generell alle Spitzenreiter ihre Pferde für den Erfolg quälen würden. Es sind nur negativ-Beispiele genannt worden, wie der niederländische Springreiter Albert Voorn, der zugegeben hat, dass er und viele andere Spitzensportler, die Beine der Pferde so behandelt zu haben, dass die Tiere Schmerzen hatten und deshalb höher gesprungen sind.

Im Amateurbereich ist eine Dressurreiterin genannt worden, die ohne Zwang reitet. Die Trainingssequenzen haben tatsächlich ein lockeres, durchlässiges Pferd gezeigt, was Spaß an der Arbeit hat. Doch auch hier handelt es sich um Momentaufnahmen. Dazu ist diese Sequenz sehr kurz.

Was in der Sendung überwiegt, ist die Meinung, dass JEDER Reiter sein Pferd quälen würde, nur um Erfolge zu haben. Es wird alles über einen Kamm geschert.

Fehler seitens „Quarks“

Und hier liegt das Problem. Es wird anhand bekannter Studien gesagt, wie schlecht der Reitsport ist. Die Redaktion hat lediglich die FEI zu Wort kommen lassen, die gesagt haben, dass sie Aufklärungsarbeit betreibe und es aber dauere, bis diese Maßnahmen Wirkung zeigen. Aber auch die FN, sowie der Aachen Laurensberger Rennverein selbst, Reiter und Richter müssen zu Wort kommen. Nur so kann man gewährleisten, dass sich der Zuschauer selbst ein Bild von der Veranstaltung und dem Reitsport machen kann. Denn was in der Sendung passiert ist, ist kein seriöser Journalismus. Es ist eine einseitige Berichterstattung.

Anfrage bei der Redaktion

Ich selbst habe direkt nach der Sendung die Redaktion über Facebook angeschrieben. Natürlich meldet sich nur das Social Media Team. Aber auch diese Nachrichten werden weitergeleitet. Darin heißt es:

In unserer Sendung jetzt haben wir explizit geschaut, was nicht gut läuft.
Kritik und Kontrolle gehören schließlich auch zu den Kernaufgaben des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

Trotzdem muss meiner Meinung nach auch das gezeigt werden, was läuft. Sonst gerät eine ganze Sportart in Verruf. Dafür braucht man positive Beispiele.

Wer sich einmal anschauen möchte, was ich an der Berichterstattung auszusetzen habe, kann sich gerne einmal die Sendung von 9.7 2019 in der Mediathek ansehen.

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