Cutting ist nicht nur die Möglichkeit von Cowboys, ihre Rinder zu separarieren, sondern auch eine Disziplin der Westernreiter. Und für den Fotografen eine besondere Herausforderung.

Cutting im Detail: Vom Boden aus fotografiert und im Detail auf der Equitana in Essen 2017.

Beim Cutting zeigt sich, was ein Quarter Horse wirklich können muss. Der Reiter gibt die Richtung vor und das Pferd macht den Rest. Es separiert das Rind von alleine. Und genau diese Punkte will man auf dem Foto haben. Ein Pferd, was mitdenkt und ein Rind, was sich lenken lässt. Aber genau diese Momente sind nicht einfach zu erwischen. Der Sport ist sehr unvorhersehbar, zumindest, wenn man nicht im alltäglichen Geschäft fotografiert. 

Aus meiner Erfahrung heraus habe ich hier einen sehr hohen Ausschuss an Bildern, die ich nicht verwende. Beim Cutting hat man zwei Tiere vor der Linse, die unterschiedlich agieren. Auch wenn die Rinder bei den Turnieren es in der Regel kennen, gearbeitet zu werden, so kann es doch zu Stress kommen. Das Pferd kennt seine Aufgabe und setzt diese auch um. 

Was ist also bei diesen Bildern wichtig und worauf sollte man verzichten? 

Detailaufnahmen vom Pferd gehen immer. Ein Pferd, was ein Rind anschaut, geht ebenfalls im Detail. Der geübte Fotograf weiß, dass die besten Bilder entstehen, wenn das Pferd mit der Vorderhand tief im Sand versinkt, dabei das Rind ansieht und sich bewegt. Den Reiter oben drauf bewerte ich bei diesem Sport als Beiwerk. Er gibt zwar den entscheidenden Richtungen vor und trifft die Auswahl des zu arbeitenden Rindes, ist aber ab einem gewissen Zeitpunkt nur noch Beifahrer. 

Das Pferd darf das Rind nicht jagen

Grundlegend soll das Pferd das Rind nicht jagen, diese Szenen sieht man auch auf Bildern. Es soll dem Rind in aller Ruhe den Weg zu seiner Herde absperren. Mehr nicht. Ein gestresstes Rind ist auf den Bildern erkennbar. Das wollen die Beteiligten nicht sehen. 

Von der Perspektive her sind auch hier Bilder auf Augenhöhe von Vorteil, wenn man sie denn machen darf. Viele Fotografen gehen dabei auf die Tribüne und fotografieren von oben. So bekommt der Betrachter einen besseren Eindruck von der Sportart und erhält einen Überblick über die Szenerie. 

Letztendlich gilt hier jedoch: Man muss für sich selbst ausprobieren, was am besten rüber kommt und vor allem, was man aus dem vorhandenen Material macht und was dann auch tatsächlich genutzt werden kann.

Die Vielseitigkeit bietet viele Facetten. Allerdings sind die Geländeprüfungen für Fotografen am interessantesten. Warum? Das wird in diesem Beitrag erklärt.

Pferdesport ist vielseitig. Eine Disziplin ebenfalls. Denn die Buschreiter verlangen gerade ihren Pferden alles ab. Zwei Disziplinen, Springen und Dressur, sind Teilprüfungen, von denen die Fotografen in der Regel wenig haben. Diese werden explizit in Auftrag gegeben.

Der Parcours und auch die Dressurprüfungen erinnern eher an ein normales L-Niveau. Im Dressur-Teil wird auch nicht auf Kandare geritten, was ein Indiz neben dem Frack für eine Dressurprüfung ist. Im Parcours könnte es ebenfalls ein normaler Springparcours sein, der nicht so hoch gebaut ist. Denn was verlangt wird, sind Bilder, auf denen man die Disziplin zu erkennen ist oder was damit in Verbindung gebracht wird. 

Wasserhindernisse sind nicht nur für Fotografen anspruchsvoll

Vielseitigkeit 1

Das Wasserhindernis ist in der Vielseitigkeit das Spektakulärste. Es bietet auch die interessantesten Motive.

 

Hier sind Wasserhindernisse aufgrund der Dynamik ein beliebtes Fotomotiv für Fotografen. Das Wasser spritzt, Pferd und Reiter müssen sich extrem konzentrieren, nicht nur den richtigen Weg zu finden, sondern auch das nötige Vertrauen zu einander zu haben. Das Pferd muss in das Hindernis hineinspringen und kann den Grund nicht erkennen. Bedeutet: Ein Pferd muss für diese Hindernisse genügend Vertrauen zu seinem Reiter haben und auch Erfahrung mit diesen Hindernissen haben. Außerdem denkt das Pferd selbst mit und sucht den Weg zum nächsten Hindernis.

Auch hier, lege ich den Fokus der Kamera nach Möglichkeit auf das Knie des Reiters und habe ihn mittig gelegt. Hier kann man allerdings nicht unbedingt nach den gängigen Standards gehen. Ein hochgezogener Kopf in diesem Fall bedeutet, das Pferd sucht sich selbst den Weg und muss einmal nachschauen, wo es langgeht. Auch die Position der Beine kann man hier nicht mit den anderen beiden Sparten gleich setzen. Dadurch, dass es feste Hindernisse sind, muss das Pferd auch anders mit den Hindernissen umgehen. Der Busch hat seine eigenen Gesetze und auch  Hindernisse. 

Froschperspektive und Rücken sind ebenfalls gefragte Motive

Vielseitigkeit 2

Die Rückenansicht kann gerade bei Vielseitigkeitsprüfungen gut genutzt werden. Genauso, wie es sich lohnt, mit der Perspektive zu spielen.

Vom Motiv her sind ein- und Aussprünge von Wasserhindernissen, wie schon gesagt, spektakulär. Allerdings bieten auch feste Sprünge auf der Strecke ebenfalls viele Möglichkeiten, gute Motive zu finden. So sind schmale Hecken ebenfalls ansprechend oder Baumstämme, hinter denen Gräben sind, die für das Pferd nicht sichtbar sind. 

Die richtige Perspektive gibt es in der Vielseitigkeit auch nicht. Aus der Froschperspektive geschossene Bilder ziehe ich hier vor. Das Pferd wirkt dadurch dynamischer und der Reiter ist unter dem Helm gut erkennbar. In der Regel hat man hier seinen eigenen kleinen Hocker dabei, da man direkt vor den Zuschauern sitzt und die Perspektive ebenfalls dadurch etwas weiter von unten nach oben gerichtet ist. 

Kameraeinstellungen für die Vielseitigkeit

Ob man nun frontal, seitlich, oder diagonal das Motiv setzt, hängt vom Streckenverlauf sowie der eigenen Position ab. Da das Motiv jedoch generell actiongeladen ist, sind hier sogar Rückenansichten als Symbolbilder gerne genommen. 

Die Kameraeinstellungen müssen auch flexibel sein. Hier ist es stark wetterabhängig. Bedeutet, dass man nicht nur für sich selbst einen Regenschutz dabei haben sollte, sondern auch für die Kamera. Ist es von den Lichtverhältnissen her eher dunkel, dann muss die ISO hochgedreht werden und auch die Blende muss geöffnet werden, um mindestens eine 1/800 Sekunde von der Verschlusszeit her eingestellt sein. Ich persönlich empfehle auch hier mindestens 1/1000. 

Wenn man das beachtet, kann man auch beim ersten Mal gute Bilder hinbekommen. Es gilt hier jedoch: Probieren geht über studieren. 

 

Keine Disziplin im Reitsport sorgt für so viele Diskussionen über Bilder, wie die Dressur. Und da sind die Kritikpunkte oftmals zu recht angebracht. Was geht und was nicht geht, habe ich in diesem Beitrag zusammengefasst. 

Eine gut gerittene Dressur ist eine Augenweide. Besonders wenn die Richter auch entsprechend bewerten. Leider ist das nicht immer der Fall. In letzter Zeit sind die Bildern, die Online zusehen sind, alles andere als harmonisch, obwohl die Bildunterzeile etwas anderes sagt. Das Pferd hat den Kopf hinter der senkrechten, das Maul ist aufgesperrt, die Zähne sichtbar und es ist ein deutlicher Einsatz von Sporen zu sehen. 

Hinter der Senkrechten und offenes Maul

Dressur

Ein offenes Maul und ein schlagender Schweif zeigen meistens, dass der Reiter in seiner Hilfengebung sehr hart ist und auf Angriff reitet. Ist das Pferd hinter der Senkrechten, dann stimmt das Zügelmaß nicht. Die Reiter haben dadurch das Gefühl, dass sich das Pferd den Zügelhilfen entziehen kann. Doch es entzieht sich dadurch an anderer Stelle wie einem weggedrückten Rücken.

Ein absolutes No-Go sind Bilder, auf denen das Pferd hinter der Senkrechten ist. Es zieht ohne großartige Einwirkung des Reiters den Kopf an die Brust, um sich den Zügelhilfen zu entziehen. Hat das Pferd den Kopf so angewinkelt, kann es, ohne das es wirklich so ist, von diversen Tierfreunden als Roll-Kur bezeichnet. Das Pferd bekommt dadurch schlechter Luft und hat eine schwere Atmung.

Hat das Pferd das Maul offen, kann es verschiedene Gründe haben. Entweder hat der Reiter die Zügel auf Spannung, wirkt sehr deutlich ein oder die Gebisse im Maul sind zu eng. So entstehen Schmerzen für das Pferd. Oftmals sind dann auch die Schneidezähne zu sehen. Das Pferd hat einen angestrengten Gesichtsausdruck und wirkt steif, weil es gegen die Reiterhand arbeitet. Es ist ein Versuch, sich den Reiterhilfen zu entziehen. 

Einsatz der Sporen

Der Sporen soll die Schenkelhilfen unterstützen. Das heißt nicht, dass der Sporen sich in den Bauch des Pferdes einbohrt oder im Dauereinsatz sein soll. Hier hat jeder Reiter ein anderes Modell, was von Pferd zu Pferd unterschiedlich ist. Denn jedes Pferd nimmt die Hilfen anders an.

All diese Dinge sieht man gerade in den höheren Klassen, wenn die Reiter noch genauer und zielgerichteter die Lektionen zeigen wollen. Doch hier ist Ehrgeiz und unbedingter Siegeswillen genauso fehl am Platz, wie Richter die dann nur auf das Gangwerk des Pferdes bewerten. 

Doch wie sehen gute Fotos aus der Dressur aus?

Dressur richtig

Gerade in den Trabverstärkungen sieht es gut aus, wenn das Pferd in der Schwebephase abgelichtet wird. In der Galopparbeit hingegen soll das Pferd aktiv zu sehen sein. Diese Aktivität ist notwendig, um die Dynamik des Sports zu erkennen.

Man muss dabei das Pferd genau beobachten. Hat das Pferd über die Dauer einer Prüfung das Maul aufgesperrt, macht es keinen Sinn, von der Seite zu fotografieren. Es empfiehlt sich dann, frontal oder in der Diagonalen zu fotografieren, sodass man das offene Maul nicht sieht. Doch zu Dokumentationszwecken gehören auch diese Bilder zu dem, was fotografiert werden muss. 

Außerdem muss man darauf achten, wie der Bewegungsablauf des Pferdes ist. Bilder, auf denen das Pferd im Galopp das Gewicht auf der Vorderhand hat, gehen gar nicht. Der Reiter sieht dann so aus, als ob  er auf einem Schaukelpferd sitzt. Auch im Trab sind diese Bilder nicht gut. Es sieht so aus, als würde das Pferd stolpern. 

Bergauf – und Schwebephase richtig erwischen

Das Pferd in der Bergaufphase des Galopps, mit einer Vorhand in der Luft sind schön anzusehen. Im Trab kann die Schwebephase erwischt werden. Die Schwebephase im Galopp hingegen kann auch als Bocksprung interpretiert werden. Generell gilt jedoch, wie bei allen Sportfotos:  Den Höhepunkt der Bewegung zeigen und darzustellen. 

Nun wurde nur das Pferd beleuchtet. Doch was ist mit den Reitern? Es gibt Reiter, die sehen grundlegend so aus, als ob es nur noch regnen würde oder sie ihren vierbeinigen Partner am liebsten in die Wurst schicken würden. In den seltensten Fällen gibt es lächelnde Gesichter. Stattdessen sehe ich angestrengte und konzentrierte Gesichter. Daher mache ich auch gerne mal Bilder, die den Reiter lächelnd und das Pferd lobend nach der Prüfung zeigen. Die Erleichterung steht beiden oftmals nach der Prüfung ins Gesicht geschrieben. 

Was scharf sein muss

Da es bei der Sportfotografie auch um knackig scharfe Bilder geht, ist meiner Meinung nach folgendes zu beachten: Das Auge des Pferde und das Gesicht des Reiters sollen, je nach gewünschtem Motiv, scharf sein. Dafür nehme ich mir, je nach Position des Pferde, das Schulterblatt oder Knie des Reiters als Fixpunkt. Meine Erfahrungen sind damit sehr gut und ersparen einem Zeit bei der Bildbearbeitung. Dadurch müssen nur noch die Tonwerte angeglichen werden. 

Ebenfalls gibt es kein richtiges Bildformat. Wobei ich schon auf Bilder achte, die im Hoch- und Querformat funktionieren. In der Regel wähle ich lieber das Querformat, da sich das auch am Besten hinterher noch als Hochformat zuschneiden lässt. 

Doch ist das Pferd zu frontal, dann wähle ich von mir aus schon das Hochformat, da sonst zu viel Luft im Bild ist. 

Bei der Verschlusszeit kommt es auf die Lichtverhältnisse an. 1/500 ist grenzwertig, aber machbar. Besser ist mindestens 1/1000, um die Bewegung einzufrieren. Dazu kommt eine, den Lichtverhältnissen angepasste ISO sowie Blende. Hier ist jede Kamera unterschiedlich. Die eine rauscht bei ISO 1600, die andere erst ab einem Wert von 10.000.  Hier muss jeder die technischen Voraussetzungen der eigenen Kamera kennen und für sich selbst entscheiden, was er vertreten kann und was nicht. 

Für Bilder aus der Dressur gilt

Do’s:

  • Das Pferd in einer schönen Aufwärtsbewegung oder Schwebephase 
  • Den Kopf des Pferdes vor der Senkrechten
  • Reiterliche Einwirkungen bzw. Hilfengebung darf erkennbar sein
  • Lächelnde Reiter sowie ein lockeres und zufriedenes Pferd (am Gesichtsausdruck zu erkennen)

Don’ts: 

  • Das Pferd auf der Vorhand 
  • Den Pferdekopf hinter der Senkrechten
  • Ein offenes Maul und gefletschte Zähne
  • ein steifes, unflexibles Pferd, was die Lektionen übertrieben durch ein auffälliges Gangwerk präsentiert
  • Sporen, die sich in den Bauch des Pferdes bohren

Keine Sportart ist so auf Event und Party getrimmt, wie Darts. Dabei sind einige Spieler alles andere als einfach zu fotografieren.

Darts

Jyhan Artut (GER) gegen Wesley Plaisier (NED) am 22.03.2019

In der Halle hinter dem Spieler herrscht Ballermannstimmung. Doch die Darts-Spieler können sich konzentrieren. Bis eine Kamera auslöst. Es gibt Spieler, die mögen das Geräusch gar nicht und lassen auch entsprechende Fotografen rauswerfen. 

Oftmals sind genau diese Spieler aber im Interview super nett und freundlich. Auf dem Catwalk lassen sie sich feiern und zeigen sich auch fannah. Das kommt bei dem oftmals sehr stark kostümierten und alkoholisiertem Publikum gut an. Auch die Eventatmosphäre kommt dem zu Gute. Bei jeder 180 wird gefeiert, gejubelt, was das Zeug hält. Doch wie ist es, als Fotograf bei genau diesen Bedingungen zu arbeiten?

Black is beautiful

Gerwyn Price (WAL) im Spiel gegen Krysztof Ratajski (POL)

Das erste, was mir beigebracht wurde, ist, bloß nichts anderes als Schwarz zu tragen. Das ist bei meinem Kleiderschrank jetzt nicht schwer. Man soll nach Möglichkeit unsichtbar sein und im Graben nicht erkennbar sein. Dazu geht Schwarze Kleidung in der Masse unter. Natürlich ein Vorteil, jedoch nicht, wenn man als Blondine mit Zopf durch die Menschenmenge laufen muss. 

Hier bin ich auch schon bei dem nächsten Punkt: Den Weg zum Presseraum kennen. Es muss oftmals sehr schnell gehen und kurze Wege sind nicht immer drin. Gerade, wenn man nicht zu den hochgewachsenen Menschen gehöre, muss ich mich oftmals durch drängeln. Dabei habe ich oftmals mehr Angst um meine Kamera, als um mich. Angetrunkene Menschen sind nicht besonders vorsichtig. 

Den richtigen Punkt erwischen

Dave Chisnall (ENG) im Spiel gegen James Wade (ENG)

Endlich an der Bühne angekommen, muss ich oftmals hoffen, dass die nicht all zu hoch gebaut ist. Ich habe schon Bühnen um die 1,80 m erlebt. Das ist für mich schlecht, aber irgendwie finde ich in der Regel noch eine kleine Erhöhung zum Fotografieren. 

Dazu sind die Fotopunkte in der Regel festgelegt. Seitlich der Bühne darf man auf eine hin, die andere ist in den meisten Fällen tabu!

Nun kommen wir also zu dem, was wichtig ist. Den Spieler im richtigen Moment erwischen. Auch hierbei muss man auf den richtigen Punkt warten und den Spieler lesen. Erst wenn der Spieler den Pfeil geworfen hat oder noch an der Fingerspitze ist, darf man auslösen. In diesem Moment kann der Werfer die Wurfrichtung des Pfeils nicht mehr beeinflussen. 

Geeignete Motive beim Darts

Darts

Micheal van Gerven (NED) im Spiel gegen Jermaine Wattimena (NED) 

Wie dem auch sei, in der Regel hat man den Spieler von der Seite und von unten abgelichtet. Wichtig ist, wie bei allen Sportarten, die W-Fragen auf dem Bild zu beantworten. Wer und was sind hierbei die wichtigsten Fragen, die beantwortet werden müssen. Bedeutet für mich: Den Spieler mit Pfeil in der Hand abzulichten. 

Natürlich sind auch Bilder des Bords gespickt mit Pfeilen auch toll. Dazu natürlich das Shakehands nach dem Duell und die Zuschauer, die das 180-Schild hochhalten.

Doch nicht nur die Motive sind wichtig. Dadurch, dass das Licht in der Regel nur auf das Board gerichtet ist und man an der Seite der Bühne steht, sind einige technische Herausforderungen zu meistern. 

Dabei ist hier die ISO, Blende und Verschlusszeit wichtig. Mal ein Beispiel: Beim Wurf ist der Pfeil sehr schnell, was bei einer Verschlusszeit im dreistelligen Bereich schnell zu Bewegungsunschärfe führen kann. Hier empfehle ich eine vierstellige Verschlusszeit – wenn es die Kamera nicht anders zu lässt, muss man auch im oberen dreistelligen Bereich arbeiten. 

Bei der Blende nutze ich die größt mögliche, die das Objektiv hergibt. Bei der ISO handhabe ich es genauso. An die Grenze des Möglichen gehen und dabei das geringste Bildrauschen zu haben. Am Besten mehr eine ISO von 1600. Dann müsste es klappen. 

Der Fokus ist hier schwierig zu bestimmen. Natürlich sollte der Spieler und der Pfeil scharf sein, wie überall in der Fotografie. Jedoch lege ich mir hier den Fokus nicht konkret mittig, sondern eher weiter oben und rechts. Nur das muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich lege ihn mir so, da ich recht klein bin und die Bilder bei mir sehr nach Froschperspektive aussehen. Bei einem großen Menschen muss der Fokus anders liegen. Aber das Gesicht würde ich schon in den Fokus legen. 

ACHTUNG: Hier handelt es sich um meine Art, zu Arbeiten und jeder macht es anders.

 

 

Der Reitsport ist abwechslungsreich. Hierbei findet besonders das Springreiten unter den Fotografen großen Anklang, da temporeich ist. Doch auch hier kommt es auf das Timing an. 

Hoch hinaus, schnell und abwechslungsreich. Das ist Springreiten. Dazu wird diese Disziplin im Fernsehen am häufigsten übertragen. So findet sich hier die größte Medienpräsenz. Auch für Fotografen ist es so, dass diese Bilder vielen Kollegen*innen sehr viel Spaß macht. Aber auch hier gibt es Bilder, die nicht veröffentlicht werden sollten. Denn hier sind Fotos wichtige Bestandteile der Außendarstellung des Reitsports. So muss auf einiges geachtet werden.

dabei wird auf den Bewegungsablauf des Pferdes und die Körpersprache geachtet. Hier gilt, wie bei jedem Sportfoto: Auf das Timing kommt es an. Es gibt hier definitiv Bilder, die man nicht sehen möchte. Doch auch sie werden von Verlagen veröffentlicht. Hier muss der Redakteur besser darauf achten, dass die Bilder ansprechend aussehen und den Sport widerspiegeln, ohne die Tierschützer aufmerksam zu machen. 

Der Bewegungsablauf am Sprung

Springreiten

Bilder, die man vom Springreiten sehen möchte. Eine schöne Springmarnier und ein Reiter, der mit Leichtigkeit durch den parcours navigiert. (JM)

Grundlegend ist es so, dass die Flugphase am interessantesten ist. Hier muss man abwägen, welche Phase man nimmt. Der Absprung ist grundlegend nicht falsch. Hier muss darauf geachtet werden, dass von der Seitenansicht her, der Pferdekopf nicht hinter einem Hindernisständer verschwindet. Ebenfalls muss darauf geachtet werden, dass der Kopf des Reiters sichtbar ist. Dieser darf sich nicht hinter der Mähne oder dem Hals des Pferde verstecken.

Anders sieht es bei Frontalen aus. Hier muss darauf geachtet werden, dass die Hindernisstangen nicht im Weg sind und auch die Mähne nicht das Gesicht des Reiters verdeckt. Ebenfalls können die Beine des Pferdes je nach Winkelung, den Pferdekopf verdecken. Das ist ebenfalls nicht wünschenswert. Ich ziehe es vor, wenn das Hindernis leicht in der Diagonalen zu mir steht, sodass der Sport noch aktiver rüber kommt, als er wirklich ist. 

Der Höhepunkt in der Sprungphase ist, wenn das Pferd parallel zum Boden ist und der Reiter gerade auf dem Tier sitzt. Diese Bilder zeigen zwar ein gutes Timing des Fotografen, aber ich finde sie austauschbar. Nun beginnt die Landephase des Pferdes. Diese zeigt, was für Kräfte auf die Gelenke von Pferd und Reiter einwirken. Besonders deutlich wird es an den Fesselgelenken, wenn diese im Sand versinken. Diese Bilder sollte man vermeiden, es sei denn, es handelt sich um einen Stechparcours, in dem das Pferd während des Sprungs schon auf die Wendung vorbereitet wird. 

Springpferde haben oftmals einen eigenen Kopf

Springreiten

Die Galoppade des Pferdes spielt ebenfalls eine große Rolle beim Springreiten (JM)

Auch auf die Galoppade muss geachtet werden. Hier gilt, wie generell im Reitsport: Das Pferd soll aktiv wirken. Bedeutet: Es soll eine schöne Berg-Auf-Galoppade zu erkennen sein. Diese zeichnet dadurch aus, dass das Pferd mindestens eine Vorderhand in der Luft hat. 

Oftmals ist es so, dass Springpferde die Angewohnheit haben, den Kopf hochzureißen und das Maul auszusperren. Der hochgerissene Kopf zeigt meistens an, dass das Pferd selbst noch einmal Maß nimmt und die Distanz selbst einschätzt. Es entzieht sich ein wenig den Reiterhilfen. Dadurch ist ein Zerren an den Zügeln sichtbar, was das Pferd mit einem schlagenden Kopf und aufgesperrtem Maul quittiert.

Ziel ist es jedoch, eine schöne, gleichmäßige Galoppade und ein Pferd in vernünftiger Anlehnung abzulichten. Hier muss beim Aussortieren der Bilder genau darauf geachtet werden, dass keine Zähne zu sehen sind. Diese sind im Pferdesport nicht gern gesehen, finden aber leider immer öfters den Weg in Fachmagazine.

Wenn der Reiter einen Schiebesitz hat

Springreiten

Auch der Sitz des Reiters spielt bei Bildern eine große Rolle. Dieser sollte nicht schiebend sein und das Pferd sollte sich den Hilfen nicht entziehen wollen. (JM)

 

Jetzt wurde sich sehr viel mit dem Bewegungsablauf des Pferdes beschäftigt. Doch auch beim Reiter sollte man auf einiges achten. Natürlich ist ein konzentrierter Blick  wünschenswert. Allerdings muss, gerade im Stechparcours auch auf die Schenkellage und den Sitz des Menschen geachtet werden. Einen schiebenden Sitz erkennt man sehr gut auf Bildern. Dieser sieht dann aus, wie auf einem Schaukelpferd.

Nach Möglichkeit sollten Reiter und Pferd scharf sein. Dazu lege ich den Fokus am Besten auf das Knie des Reiters. Dann sind zu 99% die Bilder scharf.

Auch bei der Perspektive gilt: Auf Augenhöhe ist besser. Doch das lässt sich nicht immer einhalten. Oftmals steht man leicht erhöhet und nicht direkt im Parcours, so dass man das Reitergesicht aufgrund des Helmschirms nicht immer gut erkennen kann. Hier muss man unter Umständen Abstriche machen, dass die Augen des menschlichen Teils nicht zu erkennen sind. Dann hat man zwei Möglichkeiten: Entweder man verändert seine Position oder man bleibt da, wo man ist. Das hängt von der Veranstaltung und der Bewegungsfreiheit ab, die einem vor Ort gestattet wird. 

Kameraeinstellungen beim Springreiten

Jetzt ist sehr viel über das Motiv gesprochen worden Eine wichtig Komponente ist natürlich, welche Kameraeinstellungen man nutzt. Grundlegend ist es auch hier wider vom Ort abhängig. Beispielsweise weiß ich, dass es in der Westfalen Halle Dortmund sehr dunkel ist. Hier muss ich die ISO extrem hochdrehen, damit die Bilder einigermaßen hell werden. Dazu muss ich die Blende so weit wie möglich öffnen (ein Objektiv mit f2,8 ist absolut notwendig) und im schlimmsten Fall eine Verschlusszeit von 1/400  und eine Bewegungsunschärfe in Kauf nehmen, die sich in der Nachbearbeitung nur minimal reduzieren lässt.

Bin ich bei strahlendem Sonnenschein draußen, muss ich die ISO runterdrehen, kann die Blende recht klein halten und kann die Verschlusszeit ebenfalls recht hoch halten. Den Fokus muss man so einstellen, dass er mitziehend ist. Hier muss jedoch, um die richtige Einstellung zu finden, gegoogelt werden, da sich die einzelnen Kameramodelle stark unterscheiden. 

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