Bilder in einer Agentur verkaufen will gelernt sein

Wer Geld verdienen möchte, muss beim Verkauf von Bildern schnell sein. Das ist Fakt. Und es gelten dabei keine Ausreden.

Bilder und Texte sind Geld

Bilder und Texte sind Geld (Foto: Jenny Musall)

In letzter Zeit lese ich häufiger, wie andere Veranstaltungsfotografen arbeiten und auf welche Hindernisse sie dabei stoßen. Ehrlich gesagt, ich kenne diese Probleme ebenfalls. Das gebe ich offen zu. Doch irgendwann muss man sich einmal eingestehen, dass sich etwas ändern muss. Denn wir leben in einer schnelllebigen Welt, was sich oftmals zum Nachteil erweist.

Bilder verkaufen sich schnell

Als ich vor fünf Jahren zum ersten Mal für eine Fotoagentur gearbeitet habe, habe ich nichts verkauft.
Woran hat es gelegen? Ich war zu langsam. Zu diesem Zeitpunkt bin ich nach der Veranstaltung erst nach Hause gefahren und habe dann angefangen, zu arbeiten. Da hatten bereits alle ihre Bilder verkauft, als ich zu Hause angekommen war. Wusste ich nur noch. Und ich habe lange gebraucht, da jedes Foto einzeln in Photoshop bearbeitet worden ist. Dann musste das auch noch mit IPTC-Daten versehen und hochgeladen werden. Das hat für etwa 20 Bilder gut 90 Minuten gedauert. Zu lange! 

Deshalb habe ich unter anderem bei der Fotoagentur aufgehört. Es hat sich nicht gelohnt und eigentlich wollte ich nicht noch einmal bei einer Agentur anheuern. Aber ich arbeite wieder für eine, was eher durch Zufall gekommen ist.

Ein altes Problem: Ich muss schneller werden

Nun stand ich also vor einem Problem, was bekannt ist: ich war zu langsam. Woran hat es gelegen? Nicht etwa an meiner Vorbereitung. Die konnte ich ausschließen. Es hat an meinem Laptop gelegen. Zum ersten Mal ist mir das Laptop-Problem im Januar 2017 aufgefallen. Zu diesem Zeitpunkt habe ich für ein Online Magazin gearbeitet, was von mir verlangt hat, dass Text und Foto nach maximal 30 Minuten nach Prüfungsende da sind. Also das Bilder rausgesucht, Bearbeitet und mit IPTC Daten versehen. Zeitgleich musste ich schreiben. Mit meinem in die Jahre gekommenen Laptop war das ein Ding der Unmöglichkeit, da ich nichts gleichzeitig machen konnte. Also habe ich nur noch ein Bild für den Kunden rausgesucht und den Text geschrieben. Das war mit der Vorgabe möglich. 

Alter Laptop, altes Problem

Richtig schlimm war es beim CHIO Aachen. Dort habe ich für 200 Bilder zwei Stunden gebraucht und habe Ärger von meiner Agentur bekommen. Was war los? Das Beschriften ging schnell. Auch das zurechtrücken und die Tonwertkorrektur in Lightroom. Was aber Ewig gedauert hat, war das Exportieren der Bilder. Das hat etwa 90 Minuten gedauert. Viel zu langsam.

Dazu konnte ich auf Veranstaltungen nur arbeiten, wenn irgendwo in der Nähe eine Steckdose war. Der Laptop hat nur noch so funktioniert, was ein No-Go ist. Man muss in meinem Beruf auch vom Spielfeldrand die Bilder verschicken können!

Ein neuer Laptop muss her

Vor kurzem habe ich mir dann einen neuen Laptop gegönnt. Dabei habe ich erst einmal geschaut, was ich inzwischen für einen brauche. Dabei ging es mir darum, dass das neue Gerät extra für Bildbearbeitung ausgelegt ist. Nun ging es los. Preise wurden verglichen, habe mir ein Preislimit gesetzt und von welchem Hersteller der Laptop sein soll. Auch wenn ich Apple liebe, finde ich MacBooks einfach zu teuer. Ich habe also nach Alternativen gesucht und bin Asus treu geblieben. Mit dem Hersteller habe ich gute Erfahrungen gemacht und mein alter Laptop ist auch von denen. Die Geräte haben eine lange Lebensdauer und verbauen zum Großteil die selbe Hardware wie Apple. Nur eben mit Windows als Betriebssystem. 

Inzwischen brauche ich mit allem drum und dran (auf dem Laptop kopieren, beschriften, zurechtrücken, Tonwerte korrigieren, exportieren und hochladen) für etwa 200 Bilder rund 30-40 Minuten. Das ist eine Zeitersparnis von 90-80 Minuten. Damit kann man leben und verdient auch noch Geld.

Mein Workflow

Damit man sich das einmal so vorstellen kann, mein Workflow in Schritten:

  1. Bereits zu Hause werden IPTC und XMP-Dateien soweit wie möglich erstellt. Der Kunde möchte die Bilder hinterher auch zuordnen können.
  2. Bilder machen (abhängig davon, was ansteht, dauert es eben)
  3. Laptop anmachen und Ordner erstellen, wenn dieser noch nicht erstellt ist (etwa 60 Sekunden)
  4. Bilder auf den Laptop kopieren (Dauer: etwa 90 Sekunden)
  5. Bilder sichten und aussuchen (Dauer etwa fünf Minuten)
  6. Bilder in Photomechanic beschriften (je nach Bildermenge etwa fünf bis 15 Minuten)
  7. Bilder in Lightroom zurechtrücken und die via Batchverarbeitung Tonwerte/Belichtung korrigieren (je nach Bildermenge etwa fünf bis 15 Minuten)
  8. Bilder exportieren (Maximaldauer etwa 5 Minuten)
  9. Bilder auf die entsprechenden Server hochladen (abhängig von der Geschwindigkeit des Internets etwa 5 Minuten)

Im Idealfall brauche ich gerade einmal 20 Minuten. Im Worst Case das Doppelte, was von der Menge der Bilder und dem Internet abhängt. Und das Ganze wird innerhalb von 17 Minuten Drittelpause beim Eishockey gemacht. Okay, es sind auch maximal 20 Bilder pro Drittel, die rausgehen, aber immerhin ist es nun wieder möglich, da ich einen Laptop habe, mich auch ohne Strom nicht im Stich lässt. 

Weitere Infos zum Fotojournalist unter www.b-dp.de/pressefotograf

 

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