Öffentliches Informationsinteresse – ab wann berichtet wird

Warum stehen Dinge in der Zeitung oder Online und andere nicht? Darüber wird unter dem Aspekt des öffentlichen Informationsinteresse entschieden. Was es damit auf sich hat, steht in diesem Beitrag.

öffentliches Informationsinteresse

Das öffentliche Informationsinteresse beschreibt die Themen, die für die Zielgruppe relevant sind.

Öffentliches Informationsinteresse. Davon haben wenig Menschen gehört – außer sie haben mit der Erstellung von Nachrichten zu tun. Daher wundert sich der Leser, weshalb gewisse Dinge nicht in den Nachrichten auftauchen und andere schon. Allerdings wird erst einmal geschaut, ob ein Thema überhaupt relevant für die Zielgruppe des Medium passend ist. 

Eine Lokalzeitung wird anders berichten, als eine Überregionale. Genauso, wie im Fernsehen anders berichtet wird, als Online. Das liegt an der Zielgruppe. Hat der Bürgermeister einer Kleinstadt beispielsweise einen kleinen Fauxpas, in dem er sich negativ über etwas äußert, was beispielsweise ein Geschäft in der Stadt betrifft, so ist es in der Regel nur für die Stadt relevant.

Das öffentliche Informationsinteresse braucht einen Anlass

Hier muss allerdings unterschieden werden, ob in diesem Fall, das Geschäft, Anlass zur Berichterstattung gegeben hat.  Werden Mitarbeiter entlassen, so ist es für die Bürger einer Stadt schon relevant zu wissen, dass eine Entlassungswelle kommt. Ist es dann noch ein großer Konzern, der über mehrere Zweigstellen auch in anderen Städten verfügt, so ist es nicht mehr nur für eine Stadt relevant. Das beste Beispiel ist hierfür die Fusion von Galeria Kaufhof und Karstadt. Dabei sind viele Arbeitsplätze gestrichen worden.

Was ist hier also relevant? Bei den Unternehmen handelt es sich um zwei Traditionsunternehmen aus Deutschland, die als großer Arbeitsgeber gelten. Hier sind die Interessen der Mitarbeiter und der Konzernführung entscheidend. Die Konzernführung spart durch den Wegfall von Personal Geld ein. Das Personal hingegen verliert seinen Arbeitsplatz und ist im schlimmsten Fall auf Sozialleistungen angewiesen. Dieser Interessenskonflikt und das Ausmaß rechtfertigen eine regionale bzw. überregionale Berichterstattung. 

Die Unternehmen haben Anlass zur Berichterstattung gegeben. Ein öffentliches Informationsinteresse besteht. Das Selbe gilt für Personen des öffentlichen Lebens. Hat ein Promi, der als Vorbild gilt, beispielsweise Steuern hinterzogen, wird darüber berichtet. Der Prominente hat eine Vorbildfunktion und muss sich verantworten. Hier tritt der schutzwürdige Bereich der Finanzen in den Hintergrund. Denn der Prominente verdient durch sein Auftreten in der Öffentlichkeit seinen Lebensunterhalt. Das gilt allerdings nicht, wenn ein Angehöriger des Prominenten, dies tut, wenn er/sie nicht in der Öffentlichkeit steht. 

Zielgruppe ist bei der Berichterstattung relevant

Somit ist die Relevanz eines Themas für die Zielgruppe wichtig. Als Journalist muss man sich also ein paar Fragen stellen, wenn über etwas berichtet wird. 

Zu erst muss man abwägen, ob das Ereignis enorme Folgen für Teile der Bevölkerung hat. Wenn ja, wie hoch sind die Auswirkungen für die Betroffenen? Wenn nein, dann muss nicht weiter recherchiert werden. Das muss vor Veröffentlichung eines Textes ab gewägt werden.

Es muss auch entschieden werden, ob die Idee oder der Hinweis interessant ist. Hierbei kann man durch aktives Monitoring in Social Media erkennen, ob ein Trend entsteht. Sprechen viele Menschen darüber, dann kann auch darüber berichtet werden. Ein Beispiel: Kommt eine Sportart, die in anderen Ländern bereits populär ist, kann sich auch im eigenen Land ein neuer Trend etablieren. Dieser kann dadurch auch relevant werden, denn es gibt immer Menschen, die etwas Neues ausprobieren wollen.

Öffentliches informationsinteresse bei politischen Meldungen

Bei politischen Meldungen muss man grundlegend, wie oben bereits geschrieben, muss ab gewägt werden, ob es nun wirklich ein relevantes Thema ist. Sind sich zum Beispiel zwei Parteien über die Sitzordnung im Sitzungssaal nicht einig, also, wer sitzt neben wem, ist das keine Meldung wert. Das Gleiche gilt für die Wandfarbe des Raumes. 

Relevant ist aber, welche Partei mit einer anderen eine Regierung bildet. Das hat auch Auswirkungen auf die Arbeit der Journalisten. Man hat Parteimitglieder, die gerne in der Öffentlichkeit stehen und andere, die es eben gerne nicht machen. Somit muss auch, gerade im lokalen Bereich, dieser Faktor berücksichtigt werden. 

Natürlich muss bei der Recherche jede beteiligte Person zu Wort kommen. Das gilt der Meinungsbildung und der Text ist nicht einseitig geschrieben. Somit ist eine politische Meinungsbildung wichtig, aber man muss überlegen, ob wirklich jede Meldung relevant für die Rezipienten ist.

 

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